Ein Projekt von jetztkunst.de

19.12.2007

Nafas. Kunstmagazin

Online-Magazin: Aktuelle Kunst aus islamisch geprägten Ländern und Regionen
http://universes-in-universe.org/deu/islamic_world

L I C H T ( e ) R Ä U M E 07/08

Lichtinstallationen im Großen Gewächshaus -
Schlosspark Wilhelmshöhe, Kassel
Ein Projekt vom Team LICHT(e)WEGE, Telefon 01 76 / 210 698 54

Künstler:
Arend Zwicker, Frank Fuhrmann, Markus Hutter
Martin Dege (jetztkunst), Michael Seyl, Slashtobe

Eröffnung am Freitag, 21. Dezember 2007 um 20.00 Uhr
Öffnungszeiten:
22. Dez. bis 13. Jan. täglich von 18.00 bis 23.00 Uhr.
24. Dez. und 1. Jan. bleibt die Ausstellung geschlossen.
Sylvester verlängerte Öffnungszeit bis 2.00 Uhr nachts.

www.madege.de
http://madege.de/aktuelles

17.12.2007

Neu bei jetztkunst.de: Angela Rohde

Vita
1955 in Bonn geboren

seit 1995
Ausstellungen in Bedburg-Hau, Berlin, Brüssel, Bonn, Budapest, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München, Stockholm, Stuttgart, Wuppertal

seit 1998 Mitglied im BBK

www.die-kunstkreditkarte.de

Die bezaubernde Spitzentänzerin
... des Berliner Staatstheaters "Marianne Winkelstein" bei den Schwänen zum Kaffeetanz / 2006 / Collage auf Museumskarton im bekannten Kreditkartenformat, 85 x 55 mm mit abgerundeten Ecken / "die kunstkreditkarte - was schönes für unterwegs" ist ein Kunstwerk im weltweit gebräuchlichem Kreditkartenformat. Es kann mit einer kleinen Schmuckdose und einem Zertifikat erworben werden (www.die-kunstkreditkarte.de). Meine Kunstkreditkarten sind Collagen aus alten Zigaretten-Sammelbildchen, Postkarten, Kartenspielen, Milchrahmdeckeln, Fotos ... die Motive verwundern, irritieren, erfreuen und ergeben sich aus der gedruckten Bilderwelt seit 1930 bis heute. Hier steht die Tänzerin (Zigarettensammelbild 1930) in einer Tasse (Katalog 2006) vor dem Panorama des Gebirges mit Kaffeekanne (Postkarte 1950).

14.12.2007

2. Advent im Atelier- und Galeriehaus Defet

Das Offene Haus im Atelier- und Galeriehaus Defet am 2. Advent war sehr gut besucht. Alle Ateliers und Büros waren geöffnet und die vielen interessierten Gäste konnten sich einen lebendigen Eindruck machen von den Aktivitäten der Haus-"Bewohner".

Das Büro der Kreativgruppe "High & Low" im Atelier- und Galeriehaus Defet - im Hintergrund Fotos des Gastkkünstlers Marvin Entholt (jetztkunst).

Nina Metz-Frank von der Kreativgruppe "High&Low" hat einige Fotos geschossen - online unter:
http://ninametz.de/Defet_2terAdvent_Fotoshow

rückblick ausstellungseröffnung

"keine erinnerung hält stand dem rausch der zeit" von angelika ducamin in ortart von lisa haselbek

"es waren sehr nette, wohlwollende und konzentriert interessierte gäste und freunde und verwandte von angelika bei der eröffnung. uns hat es sehr gefreut, dass so viele besucher gekommen sind. die schauspielerin katharina tank aus bethang las auf fantastische weise texte aus den aufzeichnungen von gela und zwar so, dass viele sagten, dass sie nun ein sehr viel intensiveren zugang zu gela und ihrem werk haben. hierfür nochmal ein danke! wir danken auch nochmal den leihgebern der ausstellung gord von campe, harald heinrich, thomas karl, marina schmidt, hilla steinert und werner geyer."
karsten neumann und lisa haselbeck (www.ortart.org)

"EngelBengel"

Manfred Hürlimann stellt Zeichnungen und Gemälde, u. a. zwei große Deckengemälde, in der Galerie DESTILLARTA aus.

23.12.2007 bis 10.02.2008

Vernissage: Sonntag, 23.12.2007, 11:00 Uhr
Die Ausstellung wird vom Christkind aus Fürth eröffnet.
Laudatio: Peter Seidel, Pfarrer, Roßtal
Musikalische Begleitung: Familie Mathes, Buchschwabach.
Der Künstler ist anwesend und führt durch die Ausstellung.

Führung mit Manfred Hürlimann am 13.01.2008 um 11:00 Uhr

Öffnungszeiten der Galerie: Samstags und sonntags von 10.00 -- 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung oder Vereinbarung.

Engel -- das sind doch die himmlischen Wesen die an Weihnachten durch die Lüfte fliegen?
Man denkt dabei sofort an die beiden Engel im Gemälde von Raffael, 1512 für die Klosterkirche San Sisto in Piacenza gemalt, jetzt in der Sempergalerie zu bewundern.

Erwartungsvoll blicken sie nach oben, so wie der Engel im Titelbild von Manfred Hürlimann.
Aber sein Engel hat Stacheln, er ist verletzt, hat Schmerzen und die Punkte am Oberarm?
Er ist gar nicht so entspannt, mit seinem verschmierten Mund, eher ein lüsterner Teufel.

Aber so verhält es sich bei Manfred Hürlimann, sicher ist der Betrachter nie: " Wer das umfangreiche Schaffen Hürlimanns in den letzten Jahren verfolgt hat, konnte das Entstehen eines ungemein komplexen Werkes registrieren. Ein Werk auch, das -- von den antiken Sagen über Dante bis hin zu den existenzialistischen Dichtungen des 20. Jahrhunderts - voller mythologischer Anspielungen und literarischer Querverweise steckt. Und all die zusammengenommen -- die hohe malerische Qualität sowie die inhaltliche Tiefe und Kompromisslosigkeit -- legt Zeugnis ab von einem künstlerischen Einzelgänger, der schonungslos und packend die Abgründe des eigenen und unser aller Dasein zum Thema macht."
(Aus der Laudatio zur Verleihung des Kunstpreises 2005 -- 1. Preis - der Nürnberger Nachrichten an Manfred Hürlimann.)

Der Künstler wurde 1958 in Oberstaufen im Allgäu als Schweizer Staatsbürger geboren.
Von 1977-1979 absolvierte er eine Lehre als Kirchenmaler, anschließend begann seine akademische Ausbildung. Bis 1986 studierte er Malerei bei Prof. G. Voglsamer an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg.Im Jahre 1983 wurde Manfred Hürlimann zum Meisterschüler ernannt und erhielt 1984 ein Stipendium an der Sommerakademie in Salzburg bei Wolf Vostell.1988 empfing er den Debütanten preis des Bayerischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft, 1992 den Kunstpreis des Bezirks Mittelfranken und 2005 den Hauptpreis "Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten".

Auf der Leipziger Buchmesse präsentierte er zusammen mit dem Spätlese-Verlag seinen Katalog mit dem Titel: "Leere, Tod und Leben" .

Der Bayerische Rundfunk drehte mit ihm im Jahre 2001 den "Atelierbesuch bei Manfred Hürlimann". Der Film wurde im Opernhaus Nürnberg uraufgeführt und danach mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt.

Kontakt:
www.manfred-huerlimann.de
www.destillarta.de

13.12.2007

Eröffnung der Ausstellung "Ansichtssache"

Michael Schels am 13.12.2007 bei der Eröffnung der Ausstellung "Ansichtssache" in der Galerie im Treppenhaus, Erlangen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstfreunde,
unter dem Titel „Ansichtssache“ präsentieren wir Ihnen heute eine Ausstellung mit Arbeiten der vier Fotografen Marvin Entholt, Frank Johannes, Monika Meinart und Alexander Schräpler. Dieses Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation zwischen der Galerie im Treppenhaus und dem von mir betriebenen Kunst-Vermittlungsprojekt jetztkunst.

Jetztkunst ist in erster Linie ein juriertes Künstlerverzeichnis, d.h. alle bei jetztkunst vertretenen Künstler werden von einer kompetenten Jury ausgewählt. Die Jury besteht aus drei Personen und setzt sich in immer wieder wechselnden Konstellationen zusammen aus Kunsthistorikern, Galeristen, Kunstprofessoren und Künstlern. Ich erwähne das deshalb, um deutlich zu machen, dass wir bei jetztkunst großen Wert auf die Qualität der künstlerischen Arbeit legen. Im Laufe der Jahre hat sich jetztkunst immer mehr in Richtung eines Vermittlers für Künstler entwickelt, der auch im Realraum aktiv ist – bislang hat jetztkunst mehrere Ausstellungsprojekte organisatorisch und mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, u.a. den KunstRaum Weißenohe, die Internationale Künstlerkolonie Schloss Almoshof oder die Gostenhofer Atelier- und Werkstatttage in Nürnberg. Zusammen mit Einzel- und Gruppenausstellungen in Nürnberg, Frankfurt und Hamburg hat jetztkunst für bislang über 60 Künstler als Aufmerksamkeitskatalysator wirken können. Kooperationen mit Galerien und Unternehmen und neuerdings auch mit einem Hotel versprechen auch im nächsten Jahr spannende Projekte.

Die Fotografen der Ausstellung "Ansichtssache":
Frank Johannes, Monika Meinhart, Alexander Schräpler, Marvin Entholt (v.l.n.r.)
Foto: Hans Kronenberg

Bei der heutigen Ausstellung hat jetztkunst vier Künstler zusammen gebracht, die unter dem Titel „Ansichtssache“ einen Einblick in ihr Schaffen geben.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz besonders bei der Galerie im Treppenhaus bedanken. Gabriella Hejja und Hellmut Erzigkeit waren gleich von der Idee begeistert, ihre Galerie für jetztkunst-Künstler zu öffnen – sie ermöglichen damit dem jetztkunst-Projekt und dessen Künstlern eine wunderbare Chance, sich der kunstinteressierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Für nächstes Jahr haben wir schon eine weitere Ausstellung angedacht.

Die Fotografen der Ausstellung "Ansichtssache":
Alexander Schräpler, Marvin Entholt, Monika Meinhart, Frank Johannes (v.l.n.r.)
Foto: Hans Kronenberg

Für diese Ausstellung haben wir den Titel „Ansichtssache“ gewählt, weil die vier beteiligten Fotografen auf jeweils ganz eigene Weise an die Fotografie herangehen. Zu den künstlerischen Aspekten werden Sie gleich im Anschluss von Reinhard Knodt mehr erfahren.

Vorab einige biografische Informationen zu den Künstlern – ich gehe dabei alphabetisch vor:

Marvin Entholt hat Politik, Philosophie und Publizistik studiert und danach noch ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München abgeschlossen. Er arbeitet seit 1990 als Dokumentarfilmautor und Fernsehjournalist und wurde für seine Filme bereits mehrfach ausgezeichnet u.a. mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis. Die Fotografie ist für Marvin Entholt ein Medium, das er rein künstlerisch begreift - hier kann er anders als beim Film unabhängig von Produktionszwängen arbeiten und sich bei seinen vielen Reisen ganz auf die Situation vor Ort einlassen.

Frank Johannes hat zuerst Physik, Betriebswirtschaft und Sozialwissenschaften studiert und kam vor über zehn Jahren zur Fotografie, zuerst als Foto-Assistent in Fürth, dann war er als Fotograf in London und in Bern tätig. Seit 2000 arbeitet er in Nürnberg als Werbefotograf, wobei er immer wieder auch freie künstlerische Projekte realisiert. Er betreibt ein Fotostudio in Nürnberg und arbeitet wie Marvin Entholt im In- und Ausland. jetztkunst hat bereits mehrere Ausstellungen von Frank Johannes begleitet – u.a. in der Galerie Destillarta in Buchschwabach und im Kultursalon im Nürnberger Hauptbahnhof.

Monika Meinhart hat an der Staatlichen Fachoberschule für Gestaltung in Nürnberg studiert und danach eine Ausbildung zur Fotografin gemacht. Anschließend studierte sie in Nürnberg Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie. Seit 1994 arbeitet sie als Künstlerin und freie Fotodesignerin. Sie ist eine der ersten jetztkunst-Künstler und war 2001 bei der großen jetztkunst-Gruppenausstellung im Nürnberger Z-Bau beteiligt.

Alexander Schräpler hat an der Universität Erlangen-Nürnberg Kunst und Englisch studiert und arbeitet seit 1997 selbstständig in den Bereichen Grafik, Programmierung und Konzeption. Seit 1999 unterrichtet er an der Universität Erlangen-Nürnberg im Fach „Computer im Kunstunterricht“ und seit 2005 hat er einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und unterrichtet dort zum Thema „Der Computer als kreatives Ausdrucksmittel“.
Detailliertere Informationen zur den Künstlern finden Sie auf jetztkunst.de und auch auf den Infoblättern, die hier oben und auch unten am Galeriettresen ausliegen.

Alexander Schräpler hat übrigens für diese Ausstellung virtuelle Kamerafahrten produziert, die sie auf den Internetseiten von jetztkunst und der Galerie ansehen können. Dafür ganz herzlichen Dank an Alexander!

Ebenfalls herzlichen Dank an unsere Sponsoren und Kooperationspartner: Andreas Hammerbacher hat mit seiner Firma 5hundertgramm wertvolle Unterstützung und Beratung rund um den Kunstdruck beigesteuert. Und Friedrich Pfleiderer von der Kisters AG hat den Großbanner gedruckt. Auch herzlichen Dank an unseren jetztkunst-Künstler Anders Theorell, von dem dieses Rednerpult stammt. Es ist ein besonderes Rednerpult – endlich ein Design, das den Bedürfnissen eines Redners in vollem Umfang gerecht wird. Es kann leicht zerlegt werden und ist somit gut transportiertbar. Man kann mit diesem Arbeitsgerät voll auf sein Publikum zugehen, eine Hupe sorgt für ungeteilte Aufmerksamkeit und ein Scheinwerfer erlaubt zielgerichtete Ansprachen. Rednerpulte dieser Art fertigt Anders Theorell in Absprache mit seinem Auftraggeber. Wenn Sie interessiert sind, haben Sie die Gelegenheit, den Künstler gleich heute anzusprechen.

Nun übergebe ich das Wort an Reinhard Knodt, der Ihnen zu den Künstlern und deren Kunst sicher einiges Erhellende vortragen wird. Ich freue mich sehr, dass wir Herrn Knodt für diesen Vortrag gewinnen konnnten, ist er doch ein ausgewiesener Fachmann für Kunsttheorie und hat zudem einen Schwerpunkt in der Auseinandersetzung mit der Fotografie. Reinhard Knodt hat eine Musikausbildung durchlaufen und Philosophie und Literatur bei Hans Georg Gadamer, Manfred Riedel und Friedrich Kaulbach studiert. Nach dem Studium war er Gastdozent am Maynooth College in Dublin. Heute arbeitet Reinhard Knodt als Philosoph, Schriftsteller und Rundfunkautor. Seit vielen Jahren betreibt er das Künstlerhaus Schnackenhof in Röthenbach an der Pegnitz, in dem er regelmäßig Salonveranstaltungen auf hohem küntlerischem Niveau durchführt. Zudem ist er Dozent für Kunsttheorie an der Universität der Künste in Berlin. Reinhard Knodt wurde mehrfach ausgezeichnet – u.a. ist er Kulturpreisträger des Bezirks Mittelfranken und durfte vor kurzem den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Künste entgegen nehmen.

Reinhard Knodts Bezug zur Fotografie ist theoretischer Natur, doch arbeitet er auch gerne mit Fotografen zusammen. So entstand beispielsweise ein literarischer Bildband gemeinsam mit dem dem Fotografen Jürgen Schabel und für den neuesten Bildband von Horst Schäfer hat Reinhard Knodt einen einführenden Essay beigesteuert. Reinhard – wir sind gespannt auf deinen Vortrag!

Baulust e.V.: Nachdenken über Stadt IX - Veranstaltungsreihe

Nürnberg im Umbruch - Chance für neue Freiflächen?

Am 21. November 2007 Uhr, sprach Prof. Carl Fingerhuth, Architekt und Stadtplaner aus Zürich zum Thema "Kontinuität und Veränderung - das große Spiel der Stadt". Die Veranstaltungsreihe "Nachdenken über die Stadt" wird realisiert von BauLust e.V. in Kooperation mit der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg. Der Vortrag, der im Gewerkschaftshaus Kornmarkt in Nürnberg stattfand, wurde moderiert von der Architektin Regine Bort.

Kontinuität und Veränderung – das große Spiel der Stadt

"In der Gestalt der Stadt zeigt jede Gesellschaft, wer sie ist, und wer sie sein will. So spiegeln die Bilder der Stadt immer das soziale, ökonomische und kulturelle Bewusstsein der Gesellschaft. Die Bilder lagern sich wie geologische Schichten in der Gestalt der Stadt ab. In der Evolution des Bewusstseins der Gesellschaft entstehen aber immer wieder neue Energien, die in die Gestalt der Stadt transformiert werden müssen, damit die Stadt die Stadt der Menschen ihrer Zeit bleibt. Die Betreuung dieser Transformation ist eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft jeder Zeit.

Wenn ich deshalb von der Betreuung der Gestalt der Stadt, vom Städtebau unserer Zeit, reden will, muss ich die spezielle Situation dieser Zeit interpretieren. Ich nenne sie die Zeit jenseits der Moderne. Ich muss zeigen, wieso ich sie so nenne und was diese Zeit für den Umgang mit der Gestalt der Stadt von heute bedeutet.

Wenn ich das ernst nehme, was ich erfahre habe, ist unser Umgang mit der Stadt in der Moderne viel zu eng geworden. Der Städtebau der Moderne ist von der Reduktion unseres Bewusstseins auf unsere Rationalität, von der Angst vor unserer Emotionalität und Spiritualität, vom Glauben an die exklusive Macht der Wissenschaft und Technik und der daraus resultierenden Kontrollsucht bestimmt. Daraus sind oft aggressive, arme und banale Städte entstanden. Wenn ich das ernst nehme, was ich bei meinen Recherchen in der inneren und äusseren Welt erfahren habe, entsteht in unserer Zeit ein anderes Bewusstsein für das, was die Taoisten "die Welt der 10 000 Dinge" nennen. Dieses neue Bewusstsein könnte zu einem sinnvolleren Umgang mit unseren Städten und im speziellen mit ihren Altstädten führen. Daraus könnten bessere und schönere Städte entstehen.

Die Reintegration von in der Moderne verdrängten und verkümmerten Dimensionen und die Wiederverknüpfung in und durch Kunst, Wissenschaft und Philosophie sind die wichtigsten Themen bei der Betreuung der Veränderung der Stadt jenseits der Moderne. Damit dies möglich wird, müssen die grossen Themen des Bewusstseins jenseits der Moderne akzeptiert und integriert werden.

Vier grosse Bereiche stehen im Vordergrund:

* Die Reintegration der nicht rationalen Dimensionen des menschlichen Seins
* Die Reintegration eines Bewusstseins der Polarität alles Seins
* Die Reintegration des Bewusstseins der Einheit von Mensch und Natur
* Die Reintegration der Essenz der Ästhetik

Wir dürfen und sollen elementare Aspekte der Moderne bewahren. In diesem Sinn geht es nicht um Gegenentwürfe zum Dogma des modernen Städtebaus. Wir müssen aber radikal Neues in den Umgang mit der ständigen Transformation der Stadt integrieren - und unsere Zeit ist voll von neuem. Vertieft werden diese Überlegungen in meinem Buch "Learning from China – das Tao der Stadt", das im Birkhäuser Verlag erschienen ist."

Carl Fingerhuth
Prof. Carl Fingerhuth: langjähriger Kantonsbaumeister von Basel, international gefragter Wettbewerbsjuror, Lehrtätigkeit u.a. ETH Zürich, Basel, Genf, Darmstadt, Univ. of Virginia, Gestaltungsbeirat u.a. in Köln und Salzburg

11.12.2007

STEHEN BLEIBEN GILT NICHT!

13.-22.12.07

Eröffnung Mi., 12.12.07, 20 Uhr
Begrüßung: Prof. Ulla Mayer. Zur Ausstellung spricht Prof. Christian Demand.

AUSSTELLUNGSHALLE DER AKADEMIE | Bingstr. 60 | 90480 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di-Sa 13-18 Uhr

Christoph Klement und Volker Krischker verlassen die Akademie und wollen sich von diesem Ort des Lernens und Experimentierens und von den Menschen, die sie hier begleiteten, verabschieden.

Die Ausstellung "Stehen bleiben gilt nicht!" ist ein Rückblick auf sechs Jahre Studium, eine Standortbestimmung und auch ein Ausblick in die Zukunft des Schaffens beider Künstler.

Christoph Klement: „Analoge Visionen II“
tragbarer Guckkasten, 2002
Messing, Lisa-Plexiglas, Solarplatte, Leuchtdioden, Spiegel, lackiert
35 x 15 x 7 cm
© Christoph Klement, © Foto


Vom Handwerk kommend haben sie ihre Arbeitsschwerpunkte in freiere Bereiche der Kunst verlagert. Entwicklung und Veränderung verstehen sie nicht nur als Notwendigkeit, sondern es ist auch Thema ihrer Arbeiten: Ob in der Unterstreichung des Prozesshaften und der Auseinandersetzung mit politischen Inhalten bei Christoph Klement oder in den witzig-poetischen Überraschungen der kinetischen Arbeiten von Volker Krischker.

Volker Krischker: „der traum vom fliegen“
Fingerring, 2007
versilberter Kupferdraht, Kielfedern
Spannweite ca. 20 cm
© Volker Krischker, © Foto: Volker Krischker


Stehen bleiben gilt nicht! hält durch Interaktion und Bewegung auch die Betrachter auf Trab. Diese ungewöhnliche Ausstellung bewegter und bewegender Arbeiten fordert sie auf, nicht „stehen zu bleiben“.

AKADEMIE DER BILDENDEN KÜNSTE IN NÜRNBERG
www.adbk-nuernberg.de

10.12.2007

Nairy Baghramain & Jan Timme

Nairy Baghramian & Jan Timme

Kunstverein Nürnberg
Albrecht Dürer Gesellschaft

Eröffnung: Donnerstag, 13. Dezember; 19.30 Uhr

"Everlasting layers of ideas, images, feelings, have fallen upon your brain softly as light. Each succession has seemed to bury all that went before. And yet, in reality, not one has been extinguished.”

Beständig sind Schichten von Gedanken, Bildern, Gefühlen sanft wie Licht auf dein Gehirn niedergesunken. Es schien, jede neue Schicht verdecke alle tieferen für immer. Und doch ist in Wirklichkeit keine ausgelöscht worden. (Thomas de Quincy, 2006)

Für den Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft haben die Künstlerin Nairy Baghramian und der Künstler Jan Timme eine Ausstellung entwickelt, die auf die spezifische Situation der Räume, die eine Verbindung von Innen- und Außenraum erlaubt, reagiert. Für die Ausstellung wurden Arbeiten versammelt und entwickelt, die auf poetische Weise Wahrnehmungsprozesse ins Zentrum stellen, Erinnerungen und Anklänge an kulturgeschichtliche Entwicklungen und Phänomene implizieren und zugleich die Rezeptionsgewohnheiten des Betrachters hinterfragen. Die gesamte Ausstellung eröffnet weit reichende Ebenen der Wahrnehmung, des Sehens, Erinnerns und Wieder/Sehens – was den Betrachter zum Denken und Flanieren einlädt.

Zur Ausstellung erscheinen im Januar 2008 zwei Künstlereditionen als Jahresgaben.

Führungen:
jeden Donnerstag 19 Uhr

Öffnungszeiten Mi – So 14 – 18 Uhr
24.12.07 – 6.1.08 keine Öffnungszeiten.

Kunstverein Nürnberg
Albrecht Dürer Gesellschaft
Kressengartenstraße 2
90402 Nürnberg
www.kunstvereinnuernberg.de

Weihnachtskiosk

Am Wochende 15./16. Dezember (12-20 Uhr) veranstaltet das Cafe Kiosk im Nürnberger Rosenau Park einen Weihnachtskiosk. jetztkunst nimmt an diesem "Markt für nachhaltige Geschenke" teil und bietet im Büro Bleichstr. 12/RG ausgesuchte Kunstwerke zu erschwinglichen Preisen an - u.a. von Walter Bauer, Barbara Engelhardt, Anders Möhl, Gerlinde Pistner, Anders Theorell und Radka Tuhackowa.
http://www.weihnachtskiosk.com/img/mainpage_jetztkunst.jpg

07.12.2007

Im Dunklen

Mathias Otto (jetztkunst), Malerei

6. bis 21. Dezember 2007
Neue Galerie des Kunstvereins Erlangen (KVE)

Neue Galerie des KVE
Hauptstraße 72, 91054 Erlangen
www.kunstverein-erlangen.de

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr, Sa 15 - 18 Uhr
Do 15 - 19 Uhr

Angelika Ducamin

Ortart Galerie, Spenglerstr. 5, 90443 Nürnberg

13. Dezember 2007 bis 14. Februar 2008

Eröffnung: Do 13. Dezember 2007, 19:00 uhr
Mit Lesung: Die Schauspielerin Katharina Tank (Fürth) liest Texte aus den Aufzeichnungen von Angelika Ducamin

Öffnungszeiten: Di & Do, 17:00 - 19:00 Uhr


angelika ducamin (geb. ganser) wurde 1966 in nürnberg geboren. sie studierte in den 1985 - 1988 jahren bildhauerei an der ecolesupérieure des beaux arts de paris bei georges jeanclos. 1988 lebte sie in neapel, 1989 heiratete sie den französischen fotografen jean pierre ducamin 1989-1991 wieder in nürnberg. nach ihrem erneuten umzug nach neapel stürzte sie sich am 30 dec 1991 in neapel aus dem fenster.


nun, 16 jahre nach ihrem tod, kann dank grosszügiger förderer und leihgeber wie z.b. gord von campe, axel von elm, harald heinrich, thomas karl, marina schmidt, volker koch und der stadt nürnberg diese ausstellung "keine erinnerung hält stand dem rausch der zeit" (zitat aus aufzeichnungen von angelika duciman) stattfinden, die vom künstler karsten neumann ( www.bethang.org ) kuratiert wird.

angelika ducamin schweisste, klopfte in holz, skizzierte, sprühte und malte am schluss mit lack.

ausgestellt werden werke aus dem nachlass und aus privatbesitz. zur ausstellung erscheint ein 28 seitiger katalog mit einem vorwort karsten neumann und einem text von hans-peter miksch (städtische kunstgalerie fürth).

www.ortart.org


vita angelika ducamin

1966 geboren nürnberg
1991 freitod in neapel

ausstellungen:
1989 kunsthaus nürnberg, mit fünf weiteren pariser künstlern
1990 philpis academie, resi nürnberg
1990 galerie frauenknecht, nürnberg, mit axel von elm

performances
1987 "home of the forks", forchheim, mit harri schemm und hilla steinert
1989 "erscheinungsformen im trilicht", galerie defet, nürnberg, mit marina schmidt, karsten neumann und den "third flirts"

05.12.2007

jetztkunst präsentiert: "Ansichtssache"

Fotografien von Marvin Entholt, Frank Johannes, Monika Meinhart, Alexander Schräpler
13. Dez. 2007 bis 8. Feb. 2008


Virtuelle Kamerafahrt durch den Ausstellungsbereich von Frank Johannes im Erdgeschoss der Galerie im Treppenhaus (produziert von Alexander Schräpler)
---> weitere Kamerafahrten durch die Ausstellung


Vernissage
: Do., 13.12.2007, 19 Uhr
Zur Eröffnung spricht Reinhard Knodt (www.reinhard-knodt.de)


Ansichtssache?
Künstlergespräche mit den Fotografen der Ausstellung

Alexander Schräpler & Marvin Entholt
Freitag, 18. Januar, 19 Uhr

Monika Meinhart & Frank Johannes
Donnerstag, 24. Januar, 19 Uhr

Moderation: Michael Schels (jetztkunst)

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Galerie im Treppenhaus
Henkestraße 91, 91052 Erlangen
www.galerie-treppenhaus.de

Öffnungszeiten:
Mo-Do 09h bis 20h
Fr 09h bis 19h
Beratung und Verkauf:
Di-Fr 15h bis 19h
und nach Vereinbarung
Telefon 0177 7299 665

In Kooperation mit 5hundertgramm

Marvin Entholt: NEW YEARS DAY (Taormina, Sizilien)

Frank Johannes: Aus der Serie "LONDON07"

Monika Meinhart: Poem 1, C-Print, 30 x 45 cm, 2007

Alexander Schräpler: "Outdoor Tischtennisplatte", 2007,
Digiprint auf Stoff,
100 x 70cm

Buergelmaschine

Mit der Buergelmaschine lässt sich im Handumdrehen jegliche Kunst erklären. Ohne lästige Wartezeiten und ohne unangenehmes Hochschulstudium generiert "Buergelmaschine" eine passgenaue Analyse jeden Kunstwerks. Leicht, verständlich und in gerechter Sprache.

www.hanebuechlein.de/exot/buergelmaschine

Unser Beispiel:
Die Dröhnungsmaschine von jetztkunst-Künstler Anders Theorell, erklärt von der Bürgelmaschine:

04.12.2007

Ausschreibung „Skulpturengarten Sonnenwald“

Saisonausstellung 1. Mai bis 31. Oktober 2008

Der Skulpturengarten Sonnenwald öffnet am 1. Mai 2008 wieder seine Tore. 12.000 qm stehen zur Verfügung, Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihre Skulpturen zu präsentieren. Bewerben können sich KünstlerInnen aus ganz Europa. Die Ausstellung ist für alle Sparten künstlerischen Schaffens offen. Die Skulpturen müssen für eine freie Ausstellung geeignet, von hinreichender Größe und stabil sein. Sie dürfen nicht verletzungsgefährdend sein. Vorgaben zu Gewicht, Material oder Thema werden nicht gemacht. Wenn die Kunstobjekte besteigbar oder begehbar sein sollen, so ist ein Nachweis der Standsicherheit zu erbringen, die bautechnischen Vorschriften sind diesbezüglich einzuhalten.

Auch im Jahr 2008 wird der Verein zur Förderung des Skulpturengarten Sonnenwald e.V. Kunstpreise in Höhe von insgesamt 3.000,00 Euro ausschreiben. Die Preisverteilung ist wie folgt geregelt: es wird ein Jurypreis in Höhe von 2.000,00 Euro vergeben sowie ein Publikumspreis in Höhe 1.000,00 Euro.

In diesem Jahr entscheidet eine Jury darüber, welche Skulpturen an der Ausstellung teilnehmen.

Ausschreibungsunterlagen auf der Internetseite www.skulpturengarten-sonnenwald.de
---> Download als PDF

BBK Oberfranken

11 Künstlerinnen und Künstler stellen aus

5. 12. – 28. 12. 2007
Neues Rathaus Bayreuth

Monika Meinhart: HOLD ON TIGHT
Eine Mohnblume nimmt durch den
aufkommenden Wind verschiedene
Formen an, darüber ziehen die Wolken
des Himmels vorbei.
Polaroidfotos auf Textil, 2007, ca. 60 x 270 cm

Mit Rosa Brunner, Natalie Gutgesell, Christina Jüttner, Hans Kronenberg (jetztkunst), Wolfgang Männling (jetztkunst), Monika Meinhart (jetztkunst), Carla Schmidhuber, Peter Schoppel, Gudrun Schüler, Maria Söllner, Bernd Wagenhäuser.

Eröffnung: Mittwoch, 5. 12. 2007, 18.00 Uhr
Begrüßung: Bernd Wagenhäuser, 1. Vorstand des BBK Oberfranken

Mo - Do: 9 bis 17 Uhr, Fr: 9 - 15 Uhr

Neues Rathaus Bayreuth
Luitpoldplatz 13, 95444 Bayreuth

03.12.2007

2. Advent

Sonntag, 9. Dezember 2007 15 - 22 Uhr

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein - zu Tee, Punsch, Selbstgebackenem, Licht und Feuer im Hof.


High & Low präsentiert:
Fotos von Marvin Entholt (jetztkunst) und Nina Metz-Frank

Atelier-und Galeriehaus Defet
Gustav-Adolf-Str. 33 ( Ecke Leopoldstr. ) 90439 Nürnberg

www.atelier-galeriehaus.de
www.highandlow.de

Eine kurze Geschichte des Totentanzes

Text mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Uli Wunderlich, Präsidentin der Europäischen Totentanz-Vereinigung - verfasst anlässlich eines Vortrags zur Ausstellung von Bela Farago in der Maria Magdalena Kirche Buchschwabach - in Kooperation mit der Galerie Destillarta.

Die Bilder stammen vom jetztkunst-Künstler Bela Farago.


"Was ein Totentanz ist, lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Jeder, der sich mit der makabren Kunst befasst, wird mit dieser Frage konfrontiert. Jeder stellt sich etwas anderes darunter vor, abhängig davon, ob er sich mit längst vergangenen Epochen oder zeitgenössischen Werken, mit Bildern, Theater, Tanz, Literatur, Musik oder Brauchtum beschäftigt. Es gibt zahlreiche Berührungspunkte zwischen den Disziplinen, aber auch mindestens ebenso viele Unterschiede.

In der Regel denkt man beim Begriff "Totentanz" an mittelalterliche Gemäldezyklen auf Kirchen- und Friedhofsmauern oder an frühneuzeitliche Drucke. Die Quellen, aus denen sich dieses Genre entwickelt hat, liegen vermutlich im literarischen Bereich. Seit dem 13. Jahrhundert sind so genannte Vado-mori-Gedichte bekannt, in denen Repräsentanten einzelner Stände darüber klagen, dass sie sterben müssen. Angeregt durch verwandte Darstellungen in der bildenden Kunst – wie den Triumph des Todes oder die Begegnung der drei Lebenden und der drei Toten – entstanden Kombinationen: Texte, in denen nicht nur die Sterbenden, sondern auch personifizierte Todesgestalten reden, und Bilder, die mit solchen Dialogen ergänzt worden sind. Allen mittelalterlichen Werken gemeinsam ist die Tatsache, dass Vertreter der ganzen Menschheit vom Papst bis zum Bettler hierarchisch angeordnet werden. Meist führen lebhafte Tote ihre steif-widerstrebenden Opfer in einem irrealen Reigen davon. Die Ambivalenz des Makabertanzes, der einerseits die christliche Ständelehre und anderseits ihre Aufhebung im Tod propagiert, macht bis heute die Faszination dieser Darstellungen aus.

Im 15. Jahrhundert hat der Totentanz von Spanien oder Frankreich ausgehend seinen Siegeszug angetreten und sich in kurzer Zeit in ganz Europa ausgebreitet: Ein berühmtes Beispiel der Frühzeit ist der Zyklus auf der Mauer des Kirchhofs von Saints-Innocents in Paris, entstanden 1424. Es folgen monumentale Werke in Dijon, Basel, Ulm, London, Straßburg, Berlin und Lübeck. Seither haben sich einige der bekanntesten Künstler mit diesem Thema auseinandergesetzt: Ernst Barlach, Charles Baudelaire, Bertolt Brecht, Lovis Corinth, Charles Dickens, Walt Disney, Otto Dix, Friedrich Dürrenmatt, Michael Ende, Gustave Flaubert, Johann Wolfgang von Goethe, HAP Grieshaber, Heinrich Heine, Hans Holbein, Alfred Hrdlicka, Horst Janssen, Gottfried Keller, Stephen King, Käthe Kollwitz, Alfred Kubin, Thomas Mann, Matthäus Merian, Edvard Munch, Rainer Maria Rilke, Peter Paul Rubens, Jean Tinguely und viele andere.

Bela Farago
"Totentanz" Tusche/Kreide/ Aquarell/Buntstift 2007

Dass die Pestepidemien im späten Mittelalter eine Grundvoraussetzung für die Entstehung der Totentänze waren, wird von den Forschern zunehmend in Zweifel gezogen. Die meisten Wandmalereien entstanden ohne konkreten Anlass und waren ebenso wie die Buchausgaben zur Erbauung des Publikums bestimmt. Sie dienten der Vorbereitung auf das Lebensende; sie warnten davor, als Sünder vom Tod überrascht zu werden, und riefen zu gottgefälligem Verhalten auf.

Doch was in frommer Absicht geschaffen wurde, war in vielen Fällen auch für Kunstinteressierte attraktiv. Die beiden bedeutendsten, heute bedauerlicherweise nicht mehr existierenden Zyklen des deutschsprachigen Raums, die Totentänze von Basel und Lübeck, galten als Sehenswürdigkeiten, welche die jungen Männer auf ihren Kavalierstouren nicht auslassen durften. Bilder und Texte wurden daher in grafischen Folgen – zur Reisevorbereitung oder als Souvenirs – immer wieder reproduziert.

Bela Farago
"Totentanz" Tusche/Kreide/ Aquarell/Buntstift 30 x 40 cm 2007

Für die Geschichte des Totentanzes sind Hans Holbeins in den 1520er Jahren entstandene, aber erst 1538 veröffentlichte Holzschnitte von überragender Bedeutung. Der Künstler hat den reigenartigen Aufzug der Sterbenden in voneinander unabhängige Bilder zerlegt, so dass in seinem Zyklus jedes Blatt anders aussieht: Die Sterbeszenen sind ins Alltagsgeschehen verlegt; sie zeigen unterschiedlichste Situationen an realistischen Schauplätzen und überwinden so die genretypische Monotonie. Es geht nicht mehr in erster Linie darum, dass jeder Mensch einmal sterben muss – wichtiger ist, wie er sich im Leben verhält. Zentrales Anliegen ist die Sittenkritik, die Einstellungen und Handlungen der Dargestellten im Hinblick auf den Tod als Narrheit entlarvt. Darin besteht das Innovationspotential von Holbeins Werk, das für die Totentänze bis in die Gegenwart stilbildend sein wird. Daneben weist der Künstler auch auf die Verdrängung der eigenen Sterblichkeit hin. Er zeigt, dass keiner der Dargestellten den Tod erwartet hat. Die Holbein'schen Motive dienten Jahrhunderte lang als Vorlagen und bestimmten so die Vorstellung, die sich die Menschen vom Totentanz machten.

Neuschöpfungen – auch in der monumentalen Kunst – brachten im Barock vor allem die Totenbruderschaften hervor. Vereinigungen, die sich nach dem Vorbild klösterlicher Gebetsverbrüderungen zusammenschlossen, um systematisch und intensiv der Verstorbenen zu gedenken und damit das Schicksal der Seelen im Fegefeuer zu lindern. Der berühmte Wiener Hofprediger Abraham a Sancta Clara ließ in seiner Eigenschaft als geistlicher Vater der Bruderschaft bei St. Augustin die Hofkirche mit Todesemblemen nach eigenen Entwürfen ausschmücken. Diese Bilder wurden im Jahr 1710 unter dem Titel "Totenkapelle" veröffentlicht und dürfen als katholische Antwort auf den Zyklus Hans Holbeins gelten.

Bela Farago
"Totentanz" Tusche/Kreide/ Aquarell/Buntstift 30 x 40 cm 2007

Die makabre Kunst der Aufklärung reagierte auf die furchterregende Jenseitsvorstellung der vergangenen Jahrhunderte und wollte den Menschen die Angst vor dem Tod nehmen. Daher tritt in diesen Werken "Freund Hein" den Sterbenden gegenüber, die keine Ständevertreter mehr sind, sondern gleichrangige Individuen. Die religiöse Unterweisung wurde im Zeitalter der Säkularisierung durch die Sittenkritik abgelöst: Viele der Dargestellten sind für ihr Lebensende selbst verantwortlich: Damen mit zu eng geschnürten Korsetts, Duellanten, geschlechtskranke Prostituierte und ihre Kunden. Unfälle im Heißluftballon oder bei chemischen Experimenten weisen bereits auf die "modernen" Totentänze voraus, welche die Risiken der Industriegesellschaft thematisieren.

In Folge der Französischen Revolution feierte die Politik Einzug in die makabre Kunst. Das berühmteste deutsche Beispiel dafür ist allerdings deutlich jünger: Alfred Rethel stellt in seinem Holzschnittzyklus "Auch ein Totentanz aus dem Jahr 1848" den Sensenmann als Volksverführer dar, der die Menschen zum bewaffneten Widerstand gegen das herrschende System auffordert und dabei selbstverständlich Sieger bleibt. Die makabre Druckgrafik des 20. Jahrhunderts schließt sich mehrheitlich dieser pazifistischen Sichtweise an. Literatur, Tanztheater und Musik sind bis in die Gegenwart hinein von der Auseinandersetzung mit den beiden Weltkriegen bestimmt. Der warnende Tod, der zu christlicher Umkehr aufruft, hat ganz offensichtlich endgültig ausgedient. Tanzende Gerippe – seien sie nun verführerisch-freundlich oder ganz offensichtlich feindlicher Natur – haben dennoch nichts von ihrer Faszination verloren."

Bild des Monats Dezember

Monika Meinhart
BlütenStand, 2005
2005, Colorprint, 20 cm x 20 cm

Esma Paçal Turam

Artist’s works and processes. Conference

Public reception and lecture with Turkish Paper Sculptor Esma Paçal Turam (jetztkunst). The reception will begin at 12:30 at the Columbia College Chicago, Hokin Annex, 623 South Wabash, with lecture to follow.


This lecture is enthusiastically hosted by Pulp Ink and Thread, a graduate student organisation at the Columbia College Center for Book and Paper Arts.

3 December2007

Colombia College,
Book and Paper Center
Chicago

01.12.2007

Seminar: Individuelle Spurensuche mit künstlerisch kreativen Methoden

Μεταμόρφωση [metamórfose] = Umg e s t a l t u n g , Umw a n d l u n g , Ve r w a n d l u n g

Ein Seminar von Martin Sturm (jetztkunst) und Elke Harnisch für Menschen, die neue Impulse und Ideen für ihre persönliche und berufliche Zukunft suchen, sich beruflich und persönlich verändern und ihre heutige Situation überdenken und neue Handlungsspielräume entdecken sowie Kunst und Coaching in einer besonderen Tagungsatmosphäre erleben wollen.

Inhalte
Standortbestimmung: Wo stehe ich beruflich und privat?
Wo will ich hin? Entwürfe, Ziele, Visionen
Persönliche Werte und Zielvorstellungen erkennen und formulieren
Selbstmanagement und Work –Life – Balance
Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Schwächen
Abgleich von Selbst- und Fremdbild durch Feedback
Transfer, die nächsten Schritte

Methoden
  • Künstlerische Arbeit
  • Kreative Methoden
  • Einzelarbeit anhand von Leitfragen
  • Coaching in der Gruppe

Leistungen
  • Einzelzimmer mit DU/WC, TV im Gasthof „Silbersterne”
  • (www.gasthof-silbersterne.de)
  • Vollverpflegung (Getränke werden gesondert abgerechnet)
  • sämtliche Seminargebühren und Trainerhonorare
  • Material wird gestellt
  • 4 Tage individuelle Spurensuche mit künstlerisch kreativen Methoden

Sie arbeiten in einer kleinen Gruppe (max.10 Teilnehmer/Teilnehmerinnen)
Wir tagen in einem Erdhaus mitten in der wunderschönen Natur des Bayerischen Waldes. Sie genießen Wärme und Ästhetik dieser Versammlungsstätte (www.waldwelt.com)

Sie nutzen Ihr künstlerisch kreatives Potential für Ihre berufliche persönliche (Neu-)Orientierung. Die Umgestaltung, Wandlung im künstlerischen Bereich ist Teil des Konzeptes, das Ihnen eine intensive Selbstreflexion ermöglicht. So erhalten Sie einen neuen Blick auf Ihre Ziele und Veränderungswünsche. Neben einer Standortbestimmung (Wo stehe ich beruflich und privat? Wo will ich hin?) gewinnen Sie mehr Klarheit darüber, wie Sie Ihr Leben gestalten und verändern können.

Termine
22. – 25. Februar 2008
11. – 14. April 2008
(Freitag, 11.00 Uhr bis Montag, 17.00 Uhr)

Ort
Waldwelt-Seminargelände im Naturpark
Bayerischer Wald
94372 Rattiszell


Kosten
EUR 880,– zzgl. MwSt.
Der Preis beinhaltet die aufgeführten Leistungen zzgl. individuelle Anreise.
Weiterbildungskosten sind steuerlich absetzbar.

Anmeldungen bitte schriftlich per Brief, Fax, E-Mail oder online unter www.elke-harnisch.de. Dort finden Sie auch unsere AGBs. Sie bekommen eine schriftliche Buchungsbestätigung.
Elke Harnisch | Kleestr. 21-23 | 90461 Nürnberg


Martin Sturm
Bildender Künstler, Dipl. Kunsttherapeut/Kunstpädagoge, Jahrgang 1966
Langjährige Erfahrungen im eigenen künstlerischen Schaffensprozess und im pädagogischen, kunstpädagogischen Bereich. "Ich verstehe meine Aufgabe darin, Ihnen kreative Impulse zu geben, mit denen Sie Ihre berufliche „Spurensuche“ im Seminar und anschließend selbstständig weiterverfolgen können."

Elke Harnisch
Dipl. Supervisorin DGSv, Jahrgang 1955
15-jährige Coaching- und Trainingserfahrung in Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Institutionen. "Die Begleitung von individuellen Veränderungsprozessen war und ist ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Eine positive Lern- und Arbeitsatmosphäre ist ein wichtiges Element meiner Beratungstätigkeit."