25.01.2009

FACES OF EVIL

FACES OF EVIL - zeigt die Gesichter der 13 bekanntesten und grausamsten Diktatoren der jüngeren Vergangenheit einschließlich heute, von Mao über Hitler bis zu Mugabe. Alle vertraut und doch irgendwie anders, denn hinter jedem Portrait versteckt sich eine Vielzahl von Menschen - genauso wie in der Realität. Hans Weishäupl hat in den entsprechenden Ländern jeweils über 350 Personen fotografiert und einzelne Gesichtsteile dieser unterschiedlichen Menschen so zusammengefügt, dass sich uns ein neuer und erschreckend lebendiger Blick in das Antlitz dieser bekannten Diktatoren eröffnet.


www.faces-of-evil.com

URBANE WELTEN

Das Gemeinschaftshaus Langwasser im Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg und das Franken-Center in Nürnberg loben erstmals den KUNSTPREIS LANGWASSER aus. Dieser bietet Künstlerinnen und Künstlern die Chance, ihre Konzepte auszustellen, in einem Katalog zu dokumentieren und einen Dialog zu beginnen.

Der KUNSTPREIS LANGWASSER wird am 1. Februar 2009 bei der Eröffnung der Ausstellung »Urbane Welten« im Franken-Center vergeben.

www.kubiss.de/kultur/info/KuF/Kunstpreis/

20.01.2009

bethangnachrichten_no 0036 vom 20. januar [64]

• rückblick operation uranus [64]
• das 37. festival d´autonome in paris und nürnberg
• rückblick vortrag für baulust 20x20
• rückblick performance "zentralnervoes"
• ausstellung atelier betty stürmer, berlin
• platzumbenennung in berlin
• heiner müller
• Silvestermahl und Musik für die Ärmsten
• und nun noch ein zitat zur kreativität an sich:
• rückblick performance "nichts geringeres als eine gans"

• bethang_nachrichten-archiv

liebe freunde, sehr verehrte zeitgenossen,
in aller kürze, denn die mail ist lange und ausführlich genug: nach einigen über einen monat währenden adressbuchproblemen, die zwar gewisse applefetischisten nicht lösen konnten, die aber ein freund im handumdrehen in den griff bekam, peter frei von http://www.avalon-pictures.de/ , bin ich heute wieder in der lage, bethangnachrichten zu verschicken, manche waren froh, dass so eine lange poazse war, andere haben sie bereist vermisst. es fanden mittlerweile vier performances statt, über die ihr untenstehend informiert werdet, ich bedanke mich ganz besonders bei den dokumentatoren.

viel spass beim lesen
euer karsten

rückblick operation uranus [64]
am 18. november wurde zur finissage im palmengarten der bethangfeiertag zum gedenken des beginns der oparation uranus gedacht.wie immer habe ich einen auszug aus den texten von C.G. Jung gelesen und den gästen selbstgebackenes brot gereicht.ich danke peter pleines für die dokumentationsfotos dieses ereignisses!



das 37. festival d´autonome in paris und nürnberg
"Das multidisziplinäre Festival d'automne à Paris läuft traditionell von Mitte September bis Jahresende. Seine Programmpolitik ist international und dezidiert progressiv ausgerichtet", was hat das pariser festival mit nürnberg zu tun?eine dezidiert progressiv ausgerichtes kulturveranstaltung, das ist etwas, wovon man hier in der stadt offensichtlich leider nur träumen kann.hier legt man lieber wert auf künstlerdatenbanken(abendzeitung nürnberg berichetete u.a.) in bester tradition und manier der rechtskonservtiven parteien. telefondatenspeicherung, künstlerdatenspeicherung, so sieht es aus...!( http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/verfuehrung_durch_fremdheit_und_fadheit_1.1582623.html )

rückblick vortrag für baulust 20x20
der architekurverein baulust veranstaltete im nürnberger künstverein die dritte episode der 20x20 vorträge zu denen ich eingeladen war teilzunehmen. im speziellen bethangdress liess ich vom No_logo-kassettenrekorder aus bethang auszüge aus einer lesung von mir von RAF texten zur schleyerentführung laufen. ein grosser teil des publikums war schockgefrostet. wen diese bekennerschreiben näher interessieren kann sie im buch rot armee fraktion - texte und materilaien zur geschichte der raf aus dem ID-verlag nachlesen - ISBN 3-89408-065-5.
ich danke christoph popp für die fotos, der hoffentlich jetzt nicht in der falschen datenbank landet.


rückblick performance "zentralnervoes"
die performance in berlin lief cool ab, sie war in der jungen welt angekündigt ( http://www.jungewelt.de/2008/12-13/026.php ) und die perfromance haben hunderte menschen die sich zu diesem zeoitpunkt in berlin aufgehalten haben gesehen, vom fussgänger, radfahrer, busfahrer bis hin zu den leider sehr präsenten autofahrern.ich danke anselm lenhardt für das foto.


ausstellung atelier betty stürmer, berlin
nach der performance fand eine kleine ausstellung berliner atelier der künstlerin betty stürmer statt.im bild laetitia und maxim norkeit, die beiden künstler die ausstellung "päckchen für kirgistan" ( http://www.paeckchen.org/ ) organisiert haben. wir lernten uns in berlin zum ersten mal persönlich kennen. allen nochmal ein danke schön.im hintergrund ein radkappengemälde aus bethang.


platzumbenennung in berlin
in berlin wurde der konrad adenauer platz jetzt in josef bierbichler platz umbenannt.josef bierbichler dessen stück "holzschlachten - ein stück arbeit" an der berliner schaubühne mich sehr in seiner unverblümtheit und intensität beeindruckt hat.


heiner müller
http://www.taz.de/1/leben/kuenste/artikel/1/neue-gespenster-am-toten-mann/

Silvestermahl und Musik für die Ärmsten
Echte Nächstenliebe hat zu Silvester ein Gastwirt in der südspanischen Ortschaft Lepe nahe Huelva bewiesen. Patrocinio Mora bereitete 90 mittellosen Einwanderern aus Afrika in seinem Strandrestaurant ein festliches Mahl. Als Kellner waren unter anderem Bürgermeister Manuel Andrés González und mehrere Stadträte verschiedener Parteien im Einsatz, wie der Rundfunk berichtete. Zudem trat die andalusische Sängerin María José Santiago gratis auf. "Ich habe selbst früher Not gelitten und weiß, wie schlimm solche Festtage sein können" , sagte Mora, der in einem Waisenhaus aufwuchs. Seine afrikanischen Gäste leben in der Umgebung von Lepe (25 000 Einwohner) in ärmlichen Behausungen und schlagen sich als Erntehelfer oder Gelegenheitsarbeiter durch. Viele von ihnen stammen aus Mali, kamen als Bootsflüchtlinge nach Spanien und sind illegal im Land. vorbildlich! mehr kann man dazu nicht sagen. quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/408/453103/text/13/

und nun noch ein zitat zur kreativität an sich:
"Dass vor einem vermeintlich spontanen Einfall viele Jahre harter und konsequenter Arbeit lagen, wird dann gerne vergessen." Die Wahrheit ist: Kreative Köpfe sind echte Malocher, die beharrlich an ihrem Projekt festhalten; die über Jahre eine Vision verfolgen; die nicht aufgeben, obwohl andere sie belächeln oder verspotten. Ihr Geistesblitz ist das Ergebnis harter Arbeit. "Kreativität", sagt Ernst Hany, "ist mehr als nur ein Aha-Erlebnis".quelle: http://www.sueddeutsche.de/,ra16l1/wissen/107/454788/text/

rückblick performance "nichts geringeres als eine gans"
die strassenumbenennung von alter nürnberger strasse in bethanger weg im rahmen der performance "nichts geringeres als eine gans"
http://www.kulturjournal.de/articles/stationen
und der öffentliche raum war begeistert.

19.01.2009

Vielliebchen – Grimmis á la carte

Bilder-Collagen von Margot Protze

Ausstellung im Glaspalast (Waldschänke im Tiergarten)

22. Januar 2009 bis Mitte Mai 2009

Vernissage: 22. Januar 2009
um 19 Uhr Shuttle ab 18.30 Uhr
Eingang Tiergarten
E-Mail Margot Protze: margot.protze@web.de


Waldschänke und Glaspalast im Tiergarten
Noventa GmbH · Am Tiergarten 8 · 90480 Nürnberg
Tel (0911) 543 01 20 · www.culinartheater.de

16.01.2009

Eröffnungsrede "ERFAHRUNGsPRODUKTion"

Michael Schels am 16. Januar 2009 in der Zentrifuge zur Ausstellung "ERFAHRUNGsPRODUKTion"

Sehr geehrte Damen und Herren,
willkommen in der Zentrifuge!

Als erster Vorstand des neu gegründeten gemeinnützigen Vereins "Zentrifuge - Kommunikation, Kunst und Kultur e.V." darf ich Sie herzlich zu unserer ersten Vernissage begrüßen. „ERFAHRUNGsPRODUKTion“ heißt die Ausstellung von Kerstin Polzin und Anja Schoeller – sie werden später aus berufenerem Munde noch näheres über dieses Ausstellungsprojekt und über die hier präsentierte Kunst erfahren.

Erlauben Sie mir eine kurze chronologische Zusammenfassung: Vor nun fast einem Jahr machte mir Bertram Schultze, der Projektleiter Entwicklung ehemal. AEG Gelände den Vorschlag, diese Halle mit Kunst und Kultur zu bespielen. Dieses Angebot machte er, nachdem ich auf ihn zugegangen war mit der Idee, Kunst und Kommunikation hier auf dem Gelände zu verbinden. Bertram Schultze wusste, dass ich seit Jahren als Kommunikator und Mitorganisator für diverse Kulturprojekte arbeite und dabei den Schwerpunkt auf Bildende Kunst und Musik lege. Mit dem Kultursalon im Hauptbahnhof hatte ich vor knapp drei Jahren bereits ein Projekt umgesetzt, das verschiedene Kunstgattungen an einem für Kultur ungewöhnlichen Ort wie dem Nürnberger Hauptbahnhof vereinte. Damals betrieb ich mit Reinhard Knodt und Monika Teepe am Hauptbahnhof eine Zwischennutzung, die ursprünglich auf drei Monate angelegt war und die dann fünf Monate andauerte, während der wir über 100 Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Literatur und Theater umgesetzt hatten.

Nun, das Angebot von Herrn Schultze war zu verlockend, um nicht darauf einzugehen. Das ehemalige AEG Gelände erfährt einen elementaren Strukturwandel und mit diesem der ganze Stadteil Muggenhof. Die MIB ist ein Unternehmen, von dem ich überzeugt bin, dass es Auf AEG eine städtebauliche wie gesellschaftliche Entwicklung vorantreibt, von deren Dimensionen und Qualitäten wir uns heute noch kaum eine Vorstellung machen können.

Um so mehr freut es mich, dass wir als Zentrifuge an diesem Prozess beteiligt sind – ich male mir ein für die Zukunft sehr lebendiges Areal aus, das wir als Verein mit spannenden Kunstausstellungen und kulturellen Veranstaltungen bereichern können.

Mit dieser Ausstellung von Kerstin Polzin und Anja Schoeller starten wir unseren öffentlichen Betrieb – vorerst zu Öffnungszeiten, die wir als Verein stemmen können – das ist Mi. 17-21:00 Uhr | Sa. 11-17:00 Uhr | So. 15-18:00 Uhr. Wir wollen diese Öffnungszeiten im Laufe der nächsten Monate ausbauen. Ich denke, dass wir mit der Folgeausstellung im März schon erweiterte Öffnungszeiten anbieten können und mit diesen auch einen kleinen Cafebetrieb mit einem Internet-Hotspot, damit unsere Gäste hier auch mit ihrem Laptop arbeiten können und womöglich auch gemeinsame Projektarbeit realisieren.

Um als gemeinnütziger Verein ein Projekt in dieser Dimension auf die Beine stellen zu können, brauchen wir Unterstützung von möglichst vielen Personen und Firmen und auch von der öffentlichen Hand.

Bereits für den Start haben wir viele Menschen für dieses Projekt begeistern können – ich möchte mich ganz herzlich für die große Hilfe bedanken, die uns schon jetzt zuteil wurde – es entwickelt sich ein wachsender Kreis an Freunden und Förderern, den ich hier nur grob skizzieren kann:

Zuallererst gilt mein Dank den Künstlerinnen, die Monate intensiver Arbeit in dieses Projekt gesteckt haben und dabei eine hochwertige Ausstellung auf die Beine gestellt haben, die für die Zentrifuge eine hervorragende Möglichkeit ist, um exemplarisch zu zeigen, was in dieser Halle und über den Verein Zentrifuge machbar ist.

Als gemeinnütziger Verein haben wir unser Bestes getan, um die Künstlerinnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und Ihnen eine optimale Präsentation ihrer Arbeit zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang sei allen gedankt, die uns bei der Realisierung dieses Projektes auch mit Blick auf weitere künftige Aktivitäten unterstützt haben:


Stadt Nürnberg, Kulturreferat
Marketingverein der Metropolregion

MIB Fünfte Investitionsgesellschaft GmbH / Auf AEG , insbesondere Bertram Schultze und Petra Scherer
eggsanbulbs Veranstaltungstechnologien GmbH – Martin Stoll und Christian Schwarzer
Infowerk AG
Fahner Druck
eventpiloten GmbH
Klosterbrauerei Weißenohe
modellbauatelier schoeller
Kisters AG
Meister Robrock
Firma Hausmaxx

Und schießllich sei auch unsere Online-Community erwähnt: Unter der Adresse zentrifuge-nuernberg.de haben Kulturschaffende und Kulturinteressierte der Metropolregion Nürnberg die Möglichkeit, sich zu präsentieren, miteinander in Kontakt zu treten und sich für gemeinsame Projekte zusammen zu finden. Ich hoffe, dass sich auf dieser Plattform möglichst viele Leute vernetzen – aktuell sind es 67 Personen -, die kulturell etwas bewegen und dass viel davon auch in der Zentrifuge und überhaupt Auf AEG spürbar wird.

Ich bitte nun Betram Schultze nach vorne und wünsche Ihnen einen unterhaltsamen und anregenden Abend mit möglichst viel Erfahrungsproduktion!

- Michael Schels -

ERFAHRUNGsPRODUKTion

Zeitgenössische Kunst im Zwischenraum industrieller Produktion

Ausstellung vom 16. Januar bis 28. Februar 2009 | Ein Projekt von zwischenbericht, Kerstin Polzin und Anja Schoeller

Vernissage: Freitag, 16. Januar 2009, 19:00 Uhr

Es sprechen:
Michael Schels, erster Vorstand Zentrifuge e.V.
Bertram Schultze, Projektleiter „Entwicklung Auf AEG“
Susanne Jakob, Kunstwissenschaftlerin M.A., Leiterin Kunstverein Neuhausen, Stuttgart




ffnungszeiten: Mi. 17-21:00 Uhr | Sa. 11-17:00 Uhr | So. 15-18:00 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (10,- EUR Schutzgebühr).

Assoziative Raumzitate von: William Anastasi / Richard Artschwager / Joseph Beuys / Drophead / Marcel Duchamp / Maria Eichhorn / Olafur Eliasson / Lucio Fontana / Caspar David Friedrich / Katharina Grosse / Eva Hesse / Edward Hopper / Roni Horn / Candida Höfer / Ilja Kabakow / Anselm Kiefer / Yayoi Kusama / Donald Judd / Sol LeWitt / Kasimir Malewitsch / Gordon Matta Clark / Gerhard Merz / László Moholy Nagy / Francois Morellet / Otto Muehl / Bruce Nauman / Gabriel Orozco / Otto Piene / Charlotte Posenenske / Gerhard Richter / Dieter Roth / Robert Ryman / Emil Schumacher / Michael Schuster / Frank Stella / Cy Twombly / Günther Uecker / Lee Ufan / Franz West / Georg Winter


Zentrifuge, Halle 14 ehemalige AEG-Hallen
Muggenhofer Straße 135, 90429 Nürnberg
www.zentrifuge-nuernberg.de

15.01.2009

Tom Schrade - Disfunktion

16.1. bis 22.2.2009
Vernissage: Fr., 16.1.2009 ab 19.00 Uhr

Das ArTelier, Knauerstr. 3, Nürnberg Gostenhof

Tom Schrade verbraucht für jedes Werk eine gehörige Portion an Energie und Kraft. Jedes Bild scheint anfänglich ein Akt der Verzweiflung zu sein, jedoch entfaltet es sich bei genauerer Betrachtung als eine Folgerung einer sehr überlegten, vorher bestimmten Bildkomposition. Die schwierige Balance zwischen Zufall und Kalkül meistert der Künstler,
trotz beeindruckender Leinwandgröße, durch viel Emotion und starke Intensität.

Öffnungszeiten
Do, Fr 19-23 Uhr
So 16-19 Uhr
und nach Vereinbarung
www.das-artelier.com

11.01.2009

No Boundaries

Gayle Tustin - ehemaliger Gast von Gerlinde Pistner bei der Internationalen Künstlerkolonie Schloss Almoshof - betreibt selbst eine Künstlerkolonie in North Carolina. Sie hat uns dieses Video zugespielt:


Boundless Art
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06.01.2009

Otto Piene - Frühe Graphik

17. Januar bis 21. Februar 2008
Galerie Bode, Nürnberg

Farbe, Rauch, Feuer, Licht und Luft sind Otto Pienes künstlerische Materialien. Seine Feuerbilder und Himmelskunst sind besondere Erlebnisse. Als Erfinder der “Sky Art“ hat er der Kunst neue Räume eröffnet. Heute zählt er zu den bedeutendsten, deutschen wie internationalen Künstlern.

O. Piene: Feuerflora (Foto: Galerie Bode Nürnberg)

Nachdem bereits in früheren Einzelausstellungen Heinz Mack und Günther Uecker in der Galerie Bode präsentiert wurden, folgt mit Otto Piene der Mitbegründer und dritte Künstler des „inner circle“ der legendären Künstlergruppe ZERO. Mit ZERO begann 1957 eine visionäre und ganz neue Phase der Kunstgeschichte in Deutschland, von ihr strahlten unzählige wichtige Impulse in die ganze Welt. Dieses "Triumvirat" initiierte eine Fülle von Ausstellungen in der ganzen Welt und organisierte spektakuläre Aktionen, auch zusammen mit weiteren legendären gleichgesinnten Künstlern wie Yves Klein, Jean Tinguely oder Lucio Fontana. „Der Grund für die Bildung der Gruppe ZERO war das Zusammentreffen von Künstlern mit ähnlichen Ideen. Unsere Freunde fanden wir in Deutschland, dann in Europa und der ganzen Welt.“ (Piene)
2008 wurde Otto Piene 80 Jahre alt, doch seine Werke sind aktueller denn je. Als Kindsoldat erlebte er das Ende des Krieges. Und so wollte er aufbrechen „in eine reinere, hellere Welt.“ Bis heute engagiert er sich für den Frieden und die Umwelt. In der Ausstellung vom 17. Januar bis 21. Februar präsentiert die Galerie Bode eine herausragende Auswahl von Otto Pienes frühen Graphiken. Darunter z.B. die Serie „PAX“ von 1970: Der Regenbogen erstreckt sich als symbolisches Motiv über große Metropolen wie Moskau, Rom, Bangkok oder Paris, aber auch Mont Saint Michel. Außerdem zu sehen sind u.a. Blätter der Serie „Feuerflora“ von 1972: „Neben Spritzfarbe, Feuer und Ruß verwendete ich „exotische“ Mittel wie Haarspray, Deodorants, flüssige Sprühmittel. Die Folge waren oft interessante Strukturen, die das ganze Bild beeinflussten…Fließende Materie konnte ich jetzt „festhalten“, und die Plastizität der Siebdruckfarbe ließ sie auf farbigen Papieren oder gedruckten Gründen leuchten… Die Zusammenarbeit mit Druckereien in verschiedenen Städten und Ländern schärfte mein Verständnis für technische Möglichkeiten der graphischen Medien. Als ich 1969 nach Hollywood/Los Angeles eingeladen wurde, wusste ich schon viele Dinge, die konventionelle Druckereien nicht machten“, so Otto Piene 1969. Mittels Druckgraphik visualisiert er viele seiner großartigen Visionen, und experimentiert immer auch mit neuartigen Farben und verschiedensten Substanzen. Die Auseinandersetzung mit dem Medium der Druckgraphik war ihm so wichtig wie manches legendäres Großprojekt: „Ich habe während den Jahren intensiver graphischer Arbeit einige Situationen erlebt, die ich „close to ideal“ fand. (Piene).

O. Piene: Königin der Heuschrecken (Foto: Galerie Bode Nürnberg)

Für seine graphischen Werke erhielt er 1972 den Preis des National Museum of Modern Art der Graphik Biennale in Tokio.
Die Vorliebe für das Erforschen und die Verbindung von Technik und Kunst hat Piene schon immer besonders interessiert. So wurde er von Gyorgy Kepes auch als erster internationaler „fellow“ an das neu gegründete Center for Advanced Visual Studies (CAVS) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, Massachusetts berufen und war von 1974 bis 1994 dann dessen Direktor. Die Universität Maryland verlieh ihm 1994 die Ehrendoktorwürde als Doctor of Fine Arts h.c. Zwei Jahre später erhielt er den „Sculpture Prize“ der American Academy of Arts and Letters, New York/Liverpool, dem eine Reihe weitere Skulpturen für den öffentlichen Raum folgten. 1967 und `71 gestaltete er den deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig sowie 1985 auf der Biennale von Sao Paulo. Dreimal hat er an der Documenta in Kassel teilgenommen.

O. Piene: PAX Moskau (Foto: Galerie Bode Nürnberg)

Die Werke von Otto Piene sind in mehr als 200 Museen und öffentlichen Sammlungen vertreten, unter anderem im Museum of Modern Art New York, der Nationalgalerie, Berlin, dem Stedelijk Museum Amsterdam, dem Museum of Modern Art Tokyo und dem Museum Ludwig Köln. Bis heute lebt er in den USA und Deutschland.
Wer dieses bedeutende und spannende Kapitel deutscher Kunstgeschichte nicht versäumen möchte: Die Ausstellung mit früher Druckgraphik von Otto Piene ist vom 17. Januar bis einschließlich 21. Februar 2009 jeweils Dienstag bis Samstag von 10 – 18 Uhr in der Galerie Bode, Kaiserstrasse 32, in Nürnberg zu sehen.

O. Piene: Sun Sandwich (Foto: Galerie Bode Nürnberg)

© Text: Eva Schickler M.A., Nürnberg (eva_schickler@yahoo.de)

05.01.2009

Offener Brief zur Kultur-Bilanz in der Abendzeitung Nürnberg in den Ausgaben vom 22.12. - 31.12.2008 [64]

von Karsten Neumann, Künstler

Als jemand, der nicht gefragt wurde für die Kultur-Bilanz zu schreiben, sondern, der "nur" - dankenswerterweise - erwähnt wurde, bleibt es mir also überlassen zusammenfassend einige Notizen abzugeben. Also das zu tun, was ja unserem Solistenstadtrat verwehrt wurde, wie man in der köstlichen Kulturkladde auch noch lesen konnte und das zu tun - um, ja genau, das Diskussionsfeuer, das so manche lieber gelöscht sähen, weiter zu entfachen.

Fangen wir beim sogenannten Kunstmäzen, dem derzeitigen Schriftführer der Gesellschaft der Freunde der Akademie an, denn wir wissen ja bekanntlich: Geld regiert die Welt. Es ist also wichtig. Mit seiner Äußerung zur hiesigen Kunstakademie, dass sie ein Standortfaktor für die Wirtschaft sei, hat er endlich mal öffentlich seine Biedere und Ultrakonservative Weltsicht offenbart. Nix Kunstförderung, um die Moneten geht´s ihm. Das wurde ja auch vor gut über einem Jahr deutlich, als er eine Kunstaktion mit erpresserischen Methoden hintenrum (rechtlich hatte er dazu keine Handhabe) in von ihm an ein Restaurant verpachteten Räumen zensierte. Und das mit folgenden Worten: Das sei eine künstlerisch verbrämte Politaktion, die negativ auf meine Firma zurückfalle. Tja, Kleingeist gepaart mit Geld, was will man da noch sagen.

Und wenn der Oberbürgermeister von Nürnberg, der zwar den Doktortitel hat, nur offensichtlich nicht in Kunstgeschichte, dann die angeblich überhitzten Preise von Jeff Koons und Damien Hirst (aha, er kennt zwei Namen) und gleichzeitig die Eventkultur kritisierenden Künstler kritisert, hat er eben nichts begriffen. Denn wie hat die Neue Züricher Zeitung dieser Tage so schön u.a. über die von ihm kritisierten hochpreisigen Künstler Hirst und Koons geschrieben: "Sie gehen entsprechend von einer Allgemeingültigkeit der Popkultur aus und reagieren darauf nicht mit Strategien der Kritik, sondern der Affirmation". Also, was will dann eigentlich der Herr Oberbügermeister, Kunst der Affirmation will er nicht und Kunst der Kritik (z.B. am kostenlosen Massenevent als alleinig seligmachende Kulturpolitik) will er auch nicht. Am liebsten will er wohl gar keine Kunst. Dass er sich dann im Nachsatz auch noch entsprechend selbst entblößt, zeigt ja, dass er vom Leben ohne Chauffeur und Opernball keine Ahnung mehr hat, lobt er doch die "Lowbugetausstellung"(!) Tier&Mensch. Dass bei dieser Ausstellung wieder die halb verhungernden Organisatoren und Künstler für einen Appel und ein ein Ei für´s Renommeé herhalten müssen, während bei den mit Kritisierungstabu belegten Massenevents die Sponsoren, im mit horrenden öffentlichen Geldern geschaffenen Rahmenbedingungen, sich selbst präsentieren können (Stichwort Eisfirma sponsert Eisplastiken - HaHa) entlarvt doch seine Sicht auf die Welt auf´s schlimmste.

Zu guter letzt bleibt fast nur noch zu erwähnen, dass es mir neu ist, dass unsere derzeitige Kulturreferentin nun auch noch das Kapitänspatent hat und von "Umschiffen" spricht. Ist doch die einzige Klippe, die es zu umschiffen gilt, sie selbst. Dass sie ebenso zur denen ihrer Generation gehört, die vom kollektiven Faschismustrauma dermaßen geprägt sind, dass sie jedwegen auch notwendigen produktiven Streit um die Sache (z.B. Kunsthaus) ablehnt, es könnte ja eine Schuldfrage gestellt werden, das wiederum ist so altbekannt, dass ihr diese Tatsache wahrscheinlich zu ihrer Honorarprofessur verholfen hat.

Bleibt nun wirklich zu allerguter letzt zu noch bemerken, dass z.b. Georg Leipold mit seiner realistischen Äußerung, dass man womöglich vom Umgang mit den Kulturfragen auf den Umgang bei den restlichen Gesellschaftstfragen schließen kann, doch immerhin im Realismus angekommen ist. Das ist jetzt nicht unbedingt schon eine zeitgenössische Kunstrichtung, sondern ca. schlappe 150 Jahre alt, aber immerhin ein Anfang, wenn man es mit dem absolutistisch-monarchischem Gehabe der weiter oben Erwähnten vergleicht. Denn wie heißt es bei der Künstlergruppe "Zero" aus den 1960ern so schön: "Ohne Kunst wäre die Menschheit schon längst tot". Also lasst uns (und es waren ja sehr gute und nette Kollegen, wie Schemm und Hupfer, die da zu Wort kamen) mal machen.